Social Media und Tourismus: gefällt mir.

Die beiden Jungtouristiker Selina Döringer und Fabrizio Gull haben für die ganzheitliche Neuausrichtung der Moosalpregion den MILESTONE 2020 in der Kategorie Nachwuchs gewonnen. Diese Auszeichnung ist der bedeutendste Tourismuspreis der Schweiz. Bruno Kalbermatten, Content & Media betreut seit Anfang Sommer die sozialen Medien der Moosalpregion. Es freut uns, dass wir aus aktuellem Anlass einen Gastbeitrag der preisgekrönten Touristiker Döringer/Gull veröffentlichen zu dürfen.


Selina Döringer und Fabrizio Gull: Preisträger MILESTONE 2020

Social Media und Tourismus sind mittlerweile unzertrennlich. Diese Aussage wird aber auch im 2020 noch nicht von allen Destinationen und Akteuren im Schweizer Tourismus bestätigt. Noch immer gibt es namhafte Destinationen und Tourismusplayer, die ihren Social Media Kanälen noch keine oder nur eine stiefmütterliche Bedeutung zuteilen. Man bleibt im Glauben, dass die Einstellung eines Social Media Managers nur grossen Destinationen vorbehalten ist und dadurch macht man die Betreuung Social Media «halt noch selber, wenn man gerade die Zeit dafür findet».


Social Media im Tourismus ist mehr als nur ein Foto einer schönen Aussicht zu posten und allen einen schönen Tag zu wünschen. Richtig eingesetzt, schafft Social Media einen Dialog zwischen der DMO (Destinationsmanagement Organisation) und dem (potentiellen) Gast. Der Gast wird dabei vom passiven Konsumenten touristischer Botschaften zum aktiven Markenbotschafter. Der User produziert Content und spielt diese wiederum in einem für die DMO interessanten Umfeld aus. Die DMO kann dadurch von einem ganzen Netzwerk eines einzelnen Gastes profitieren. Als positiver Nebeneffekt kann sich die DMO dabei auch ein direktes Bild davon machen, wie der Gast eine Destination wahrnimmt, wo er sich aufhält, was er macht und was ihm gefällt.


Die eindrückliche Wirkung von Social Media im Tourismus zeigt sich, wenn gewisse Orte durch Social Media, oftmals ausgelöst durch Influencer, plötzlich weltweite Bekanntheit erringen. So haben sich die Besucherzahlen am Appenzellischen Äscher oder am Berner Öschinensee in den letzten Jahren durch Social Media wohl um ein x-faches vervielfacht. Auch die Steinbockherden, welche im Frühjahr im Bündner Potresina jeweils bis ins Dorf hinab kommen, erlangten durch Social Media in den letzten Jahren wohl ein wenig mehr Beachtung. Dies kann einer Destination und deren Leistungsträger natürlich einen enormen Schub geben, auf der anderen Seite aber plötzlich auch zu einer Art Overtourism führen und dadurch das Gegenteil erzeugen. Diese Effekte können nicht immer genau gesteuert werden, da die Community ihre eigene Dynamik entwickelt. Dennoch setzen grössere Organisationen wie Schweiz Tourismus heute bewusst auf solches Influencer-Marketing in den Sozialen Medien. Dabei werden zum Beispiel Indische Stars in die Schweiz eingeladen, welche Ihre Erlebnisse dann ihren Millionen von Followern auf ihren Kanälen präsentieren. So lässt sich relativ einfach einen touristischen Fernmarkt im Bereich der Individualreisenden bearbeiten. Entsprechend wichtig ist natürlich, dass man dabei die richtigen, passenden Influencer auswählt, damit die richtige Zielgruppe angesprochen wird.


Auch in der Moosalpregion setzt man seit 2020 auf Social Media. Im letzten halben Jahr haben wir ebenfalls den Schritt vom hobbymässigen Amateur Social Media zur professionellen Einbindung in unsere ganzheitliche Kommunikation gemacht. Wir arbeiten aus den oben erwähnten Gründen aber nicht mit einem eigenen Social Media Manager, sondern setzen auf ein Outsourcing Modell mit Bruno Kalbermatten Content & Media. Dabei konnten bereits in kurzer Zeit sichtbare qualitative und quantitative Fortschritte erzielt werden. Im ersten Schritt arbeiteten wir an den Grundlagen, um eine Community aufzubauen und eine gewisse Struktur zu bekommen. Regelmässige, geplante und qualitativ hochwertige Beiträge bildeten dabei die Basis. Im zweiten Schritt werden wir ab 2021 noch gezielter auf die Inhalte eingehen und unserer Community noch mehr Hintergrund-Geschichten aus der Region erzählen. Sie sollen hinter die Kulissen unserer Region blicken können und die Menschen kennen lernen, welche unsere Region ausmachen. Dadurch sollen ihnen die Social Media Kanäle einen Mehrwert bieten und Social Media eine zusätzliche Bedeutung geben. Wenn diese Basics erarbeitet wurden, werden wir in Kombination mit buchbaren Angeboten, gezielte Kampagnen schalten. Dadurch werden wir Social Media vom Informationskanal zum vollwertigen Distributionskanal für unsere Destination sinnvoll ergänzen.


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